Ratgeber Fatigue Syndrom

Informationen für Betroffene und Interessierte

Therapie von Fatigue

Lange hat sich die Therapie der Fatigue darauf beschränkt, die Blutarmut zu behandeln. Inzwischen kann man analog zu der multifaktoriellen Verursachung von Fatigue auf verschiedene Faktoren zur Behandlung zurückgreifen. Medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen sollen dem Betroffenen helfen, mit dem Erschöpfungssyndrom besser umgehen zu können.

Behandlung der Blutarmut

Um die Blutarmut (Anämie) zu behandeln, werden dem Körper rote Blutkörperchen in Form einer Transfusion zugeführt oder die körpereigene Produktion der roten Blutkörperchen hormonell angeregt. Beide Methoden sorgen für eine rasche Vermehrung des Sauerstoffs im Blut und damit für eine Steigerung von Energie und Leistungsfähigkeit. Die Bluttransfusion ist mit Infektions- und Unverträglichkeitsrisiken verbunden, weshalb bei ohnehin belasteten Patienten die hormonelle Behandlung bevorzugt wird. Vorteil ist dagegen ein schnellerer, etwa drei Wochen anhaltender Effekt, der nach Bedarf wiederholt werden kann.

Behandlung von physisch bedingter Fatigue

Bei krebsbedingter Fatigue kann die Behandlung des Erschöpfungssyndroms auch einen Einfluss auf die gesamte Therapie nehmen. Ein Patient, der die Fatigue behandeln lässt, kann nicht nur seine Lebensqualität deutlich verbessern, sondern auch die Therapiemaßnahmen verträglicher machen. Um die Anzahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen, wird aufgrund des Infektionsrisikos keine Transfusion durchgeführt, sondern parallel zur Chemo- oder Strahlentherapie die Gabe des Hormons Erythropoetin verordnet. Ein Nachteil dieser Behandlung ist, dass die Wirkung häufig erst nach einigen Wochen und nicht bei allen Patienten eintritt. Neben der Blutarmut können Stoffwechselstörungen die Ursache einer Fatigue sein. Dazu können Hormonstörungen sowie Störungen der Schilddrüse oder der Nebennieren gehören. Diese Störungen können medikamentös behandelt werden.

Sport und Bewegung

Treten im Rahmen der Erkrankung Muskelschwächen auf, die eine Fatigue auslösen, können diese mittels eines gezielten Bewegungsprogramms behandelt werden. Dabei steht eine schonende Behandlung des Patienten im Vordergrund. Dennoch sollten die Anstrengungen im Krankheits- und Therapieverlauf nicht auf ein Minimum reduziert werden, weil ein anhaltender Bewegungsmangel negative Effekte auf die Leistungsfähigkeit und damit auf den Krankheitsverlauf hat. Ausdauersportarten wie Jogging, Schwimmen und Radfahren sind ideale Bewegungsmöglichkeiten für Patienten, die an Fatigue leiden. Bereits regelmäßiges zügiges Spazierengehen steigert die Leistungsfähigkeit und bekämpft die Fatigue. Die sportliche Betätigung sollte nicht erst nach Abschluss der Therapie, sondern unter medizinischer Kontrolle mit Beginn der Behandlung anfangen.

Behandlung von psychisch bedingter Fatigue

Eine wichtige Auswirkung sowohl der Erkrankung als auch der Fatigue ist die psychische Belastung. Andauernde negative Verstimmung, Motivations- und Antriebslosigkeit können einzeln oder gemeinsam auftreten. Eine Behandlung dieser seelischen Belastungssymptome können zwar mit Antidepressive behandelt werden, diese Therapiemethode wird allerdings allgemein nicht empfohlen. Verhaltenstherapeutische Maßnahmen wie Gesprächstherapien in Einzelsitzungen oder Gruppengesprächen werden bevorzugt.

Barbara Kliem

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