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Diagnose von Fatigue

Die Diagnose von Fatigue ist schwierig zu stellen. Müdigkeit und Erschöpfung sind schwer messbar und jeder Patient kann die Symptome von Fatigue unterschiedlich empfinden. Ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient (Anamnese) ist Bestandteil der Diagnose bei Fatigue. Ein Fragenkatalog ist dem Arzt bei der Unterscheidung zwischen Fatigue und allgemeiner Erschöpfung behilflich. Bei Fatigue können sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit herabgesetzt sein.

Auch die Untersuchung der Blutwerte kann hilfreich zur Diagnose sein, denn Blutarmut oder Eisenmangel können Ursachen für eine Fatigue sein.

Diagnose von Fatigue

Die Abgrenzung von allgemeiner Müdigkeit und Erschöpfung zu Fatigue ist häufig schwierig. Eine generell gültige Abstufung von Müdigkeit ist schwer messbar. Die eigene Beurteilung des Betroffenen und die Beobachtung durch die Umgebung sind die aussagekräftigsten Kriterien für die Diagnosestellung bei Fatigue.

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Anamnese

Ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient ist für die Diagnosestellung unverzichtbar. Da alle Patienten bei chronischen Erkrankungen unterschiedlich auf die Symptome und therapeutischen Maßnahmen im Rahmen der Erkrankung reagieren, identifizieren die meisten Patienten die Erschöpfung und Müdigkeit nicht als behandelbare Symptome, sondern nehmen sie als „lästiges Übel“ hin. Ein Fragenkatalog hilft bei der Unterscheidung von allgemeiner und fatiguebedingter Erschöpfung und hinterfragt die körperliche und geistige (mental-kognitive) Leistungsfähigkeit und das seelische Befinden.

Erkennen der Symptome

Ein gut ausgebildeter Arzt fragt die Anzeichen der Fatigue ab und verordnet lindernde Maßnahmen. Im Rahmen des Gespräches wird der Arzt nach allgemeiner Schwäche, Schweregefühl in den Gliedern, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwächen, Motivationsproblemen und Schlafverhalten fragen. Schwierigkeiten bei der Bewältigung von beruflichen und privaten Aufgaben und seelische Schwankungen sind weitere Anzeichen, die zur Diagnose Fatigue führen.

Internationale Definition

Zur Diagnose von Fatigue wurden international Definitionskriterien festgelegt: Bei Patienten, die innerhalb eines Monats täglich oder innerhalb von 14 Tagen fast täglich mit erheblicher Erschöpfung, einem niedrigen Energiepegel und einem – trotz gleichbleibender Aktivität –erhöhten Ruhebedürfnis kämpfen, wird das Fatigue-Syndrom diagnostiziert.

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Unterschiedliche Wahrnehmung

Trotz festgelegter Definitionskriterien, die eine Diagnose ermöglichen können, empfinden die Betroffenen die Anzeichen des Fatigue-Syndroms sehr unterschiedlich. Die Einschränkungen, mit denen Patienten zu kämpfen haben, passen nicht immer zu den ermittelten medizinischen Fakten. Gerade im mental-kognitiven Bereich weichen die subjektiven Empfindungen von den messbaren Werten häufig ab. Eine Eigeneinschätzung ist letztendlich für die Erkenntnis über ein Fatigue-Syndrom unverzichtbar. Dabei haben die Fähigkeit des Patienten, sich selbst zu beobachten, und die unterschiedlich gute Bewältigung der Krankheitssituation einen Einfluss auf die Diagnoseermöglichung.

Messung der Blutwerte

Blutarmut (Anämie) ist eine der eindeutigeren Ursachen und Gründe für Fatigue. Im Rahmen der Diagnosestellung werden daher der Anteil des Blutfarbstoffs (Hämoglobin), der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und der festen Blutbestandteile (Hämatokrit) gemessen. Sind die Werte niedriger als bei gesunden Menschen, liegt eine Anämie vor, die als einer von mehreren Faktoren ein Fatigue-Symptom bedingen kann.

Abgrenzende Diagnostik

Vermehrte Erschöpfung kann auch durch Faktoren wie Blutarmut, Eisenmangel, Infektionen oder Störungen von Elektrolythaushalt und Stoffwechsel auftreten, ohne dass ein Fatigue-Syndrom diagnostiziert wird. Die Medikamente im Rahmen der Behandlung derjenigen Krankheiten, die mit dem Erschöpfungssyndrom im Zusammenhang stehen, verzeichnen häufig chronische Müdigkeit als Nebenwirkung.

Barbara Kliem

 

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Die Entstehung von Fatigue ist noch nicht abschließend geklärt. Häufig tritt sie bei einer Krebserkrankung auf. Auch Patienten mit chronischen Erkrankungen und/oder Autoimmunerkrankungen können davon betroffen sein.

Die Krankheit selbst als auch Therapiemaßnahmen können die Entstehung einer Fatigue begünstigen. Häufig kann die Grunderkrankung Stoffwechsel, Hormone oder auch Gehirnfunktionen verändern. Z. B. eine Anämie (Blutarmut) kann eine Fatigue begünstigen. Auch psychische Belastungen wie z. B. Depressionen können zur Entstehung einer Fatigue beitragen. Ebenso können sie als Symptom einer Fatigue auftreten.

Der Umgang mit Fatigue kann einen Einfluss auf das Krankheitsgeschehen haben. So ist es hilfreich, Freunde, Familie, Bekannte und ggf. Arbeitskollegen zu informieren. Das Führen eines „Energietagebuchs“ kann hilfreich sein, seinen Tag zu strukturieren. Nach anstrengenden Situationen sollte auch genügend Ruhe eingeplant werden. Auch das Schlafverhalten kann Einfluss auf die Fatigue haben. Es kann hilfreich sein, zu regelmäßigen Zeiten ins Bett zu gehen.

Durch eine Fatigue kann möglicherweise der Wiedereinstieg in den Beruf erschwert sein. Hier können ggf. rehabilitative Maßnahmen hilfreich sein, die z. B. im Anschluss an eine Krebstherapie (Anschlussheilbehandlung) dem Patienten zur Verfügung stehen.

Therapie Fatigue

Zur Therapie von Fatigue können sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen ergriffen werden. Die Blutarmut wird meist mittels einer Transfusion von roten Blutkörperchen behandelt. Bei Krebspatienten kann diese Methode aufgrund des Infektionsrisikos oft nicht angewendet werden. Dann wird meist das Hormon Erythropoetin verordnet.

Sport und Bewegung können die Symptome der Fatigue lindern. Dabei sollten Krebspatienten sich nicht überlasten, sondern auf eine regelmäßige Ausführung achten. Schnelles Spazierengehen kann schon hilfreich sein. Sportarten wie Nordic-Walking oder Schwimmen sind empfehlenswert. Gerade während der Krebstherapie sollte auf ausreichend Bewegung geachtet werden.